Schulworkshop zur Ausstellung "Tatsachen und Erzählung"

Schulworkshop zur Ausstellung "Tatsachen und Erzählung"

Schulworkshop zur Ausstellung "Tatsachen und Erzählung" von Nele Wohlatz

Mit drei Schulklassen der vierten Stufe an der Grundschule Moritzberg beschäftigten Nina Toledano und Janna Gangdolf im Laufe des je anderthalb Stunden langen Workshops mit der in der Ausstellung „Tatsachen und Erzählungen“ gezeigten Videokunst von Nele Wohlatz. Die Vermittlerinnen interessierten sich dabei besonders für die folgenden Aspekte:

  • Das Video als audiovisuelles Kunstwerk
  • Der Tiger in Freiheit und Gefangenschaft
  • Der Tiger als „Schauspieler“
  • Die Einfühlung in den Tiger

Als erstes konzentrierte sich der Workshop auf den Ton des Videos und untersuchte fragengeleitet die auditive Wahrnehmung der Kinder. Im nächsten Schritt wurden gemeinsam mit dem Beamer an die Wand projizierte Videoausschnitte angeschaut. Es folgte eine Diskussion über das im Video Gesehene (Was seht ihr? Was seht ihr nicht? Was hört ihr? Was hört ihr aber könnt es nicht sehen? Welche Farben fallen euch auf?) und über den Tiger an sich (Was ist ein Tiger? Wie groß ist ein Tiger? Wo leben Tiger? Habt ihr schon mal einen Tiger gesehen? Wie verhalten sich Tiger? Was würde er sagen, wenn er sprechen könnte? Wie glaubt ihr, fühlt er sich?). Im vierten Schritt nach einer kurzen Pause erfolgte ein beobachtender Fokus auf das Gesicht des Tigers anhand malerischer Mittel. Die Kinder sollten das an die Wand geworfene Gesicht der Tigerin genau anschauen und dann mit Buntstiften die Streifen und das orange Fell in eine von den Vermittler*innen gestaltete Vorlage (siehe Foto) einzeichnen. 

Anschließend an die Kunstaktion gab es einen Austausch mit den Kindern über Tiger bzw. Tiere im Film. Dies geschah unter anderem anhand ausgewählter fotografischer Beispiele. Nach der Betrachtung schauspielernder Tiger im Film wurde als Abschlussaufgabe selbst ein wenig geschauspielert. Durch die Einnahme von Tiger-Posen und durch gestische und mimische Einfühlung in den Tiger mithilfe von medizinischen Tigermasken (siehe Foto) sollte eine körperliche Annäherung an den Tiger erzeugt werden. Die Ergebnisse wurden mit Polaroidfotos festgehalten, die die Kinder im Anschluss mit nach Hause nehmen konnten. Das Vermittlungsziel war eine künstlerische, sinnliche und philosophische Auseinandersetzung mit den Tigervideos von Nele Wohlatz und der vom Aussterben bedrohten Raubkatze. Dabei wurde ein freudvolles sinnliches Erkunden ermöglicht, ein eigener künstlerischer Zugang zu der bestehenden Videokunst geschaffen und Neugier bei den Schüler*innen geweckt.