Silberwald

Silberwald

Christoph Girardet
16.06.2012 – 15.07.2012

Der Videokünstler Christoph Girardet arbeitet mit angeeignetem Filmmaterial. Girardet sammelt, schneidet, zerstört und kombiniert Gefundenes. Er extrahiert Filmsequenzen wie einzelne Filmbilder und arrangiert sein „Found Footage“ zu neuen Sinnzusammenhängen. Die Arbeit „Silberwald“ (2010) bedient sich historischen Filmmaterials aus deutschen Heimatfilmen der 1950er und 1960er Jahre. In einer Drei- Kanal-Projektion begegnen sich Fundstücke aus über 70 Filmen. Wie in einem Triptychon ordnet die Projektion drei nebeneinander gestellte Frames an. Das feinfühlig komponierte Arrangement lässt die Filmbilder in immer neue Dialoge miteinander treten. Auf humorvolle und hintersinnige Weise werden die eingefahren Strukturen und stereotypen Bilderwelten des Genres in ihrer Absurdität offenbar: Sonnenaufgänge. Stramme Mannsbilder, erhabene Bergpanoramen. Durch den Wald streift hoheitsvoll ein Hirsch, Bäume rauschen im Wind. Mädchen laufen über Blumenwiesen. Schussversuch, Streit, Versöhnung und züchtige Küsse im Sonnenuntergang. Girardet befreit die Bilder aus dem narrativen Zusammenhang. Er nimmt sie ernst, er begreift sie in ihrer Bildhaftigkeit, die schön und rein ist, und doch - in ihrer Ballung - ein Unbehagen offenbart.