ARBEITSTITEL: WHAT WE CAN DO TOGETHER THAT WE CANNOT DO ALONE

ARBEITSTITEL: WHAT WE CAN DO TOGETHER THAT WE CANNOT DO ALONE

Vorschau auf das Jahresprogramm 2021
01.01.2021 – 31.12.2021

Unter dem ARBEITSTITEL: WHAT WE CAN DO TOGETHER THAT WE CANNOT DO ALONE wird 2021 das Künstlerinnen-Vermittlerinnen-Duo soppa/bleck eingeladen, das Programm des Kunstvereins Hildesheim mitzugestalten. Josefine Soppa und Laura Bleck arbeiten seit 2017 gemeinsam mit ihrer Methode der digitalisierten Kunstvermittlung. Sie entwickeln Situationen und Formate, die Dimensionen von Kunst, Digitalität, Raum und Institutionen aus machtkritischer Perspektive befragen und auf interaktive Weise zur Disposition stellen. Sie entwerfen Workshops und partizipative Settings, die selbstverständlich zwischen analogem und digitalem Zugriff changieren und den Zustand der Digitalität selbst mit in den Blick nehmen. In ihrem kollaborativen Ansatz werden immer weitere Akteur*innen mit einbezogen, wobei auch das Publikum als Akteur*in und Gestalter*in begriffen wird. Seit der Corona-Pandemie suchen sie vermehrt nach Möglichkeiten, den öffentlichen Raum als Ort der Begegnung zu bespielen. Dabei soll die jeweilige Institution nach Außen getragen werden, um sie dort im digital-analogen Zusammenspiel für ein mögliches Publikum anders zu öffnen.

Am Anfang ihrer Kollaboration mit dem Kunstverein Hildesheim steht ein Innehalten, eine Verweigerung, ein Entschluss und eine Einladung: 

In den Krisen entsteht ein Wunsch. Der Wunsch, im Kunstverein Hildesheim gemeinsam an etwas zu arbeiten, der Wunsch, nicht alleine damit zu sein, der Wunsch die eigenen Räume und Arbeitsweisen zu öffnen und das, was sonst hinter den Kulissen passieren würde, in eine öffentliche Verhandlung und Sichtbarkeit zu stellen. Der Wunsch, Gastgeber*in zu sein – für Künstler*innen, für verschiedene Perspektiven, für ein Publikum, für ein sorgetragendes und nachhaltiges Arbeiten.    

So verweigert der Kunstverein ein festes, in wechselnden Ausstellungen aufeinander folgendes Programm, das klassischerweise von einzelnen Kurator*innen gestaltet wird.  Nora Brünger spricht als künstlerische Leiterin und Kuratorin des Kunstvereins eine Einladung an das Vermittlerinnen-Duo soppa/bleck aus, die weitere Einladungen zu einem kollaborativen Programm in sich auffaltet. Im Einladen zum Einladen – jede*r Künstler*in lädt eine*n weitere Künstler*in zur erweiterten Zusammenarbeit an den Kunstverein Hildesheim ein – entsteht ein Programm, das sich im öffentlichen Raum, im Digitalen und in der Natur (sic!) verteilt. Das zum Arbeiten als Werkstatt und zum Zeigen und Partizipieren an den Arbeitsprozessen einlädt.

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soppa/bleck arbeiten seit 2017 zusammen. Mit den digitalen, kollaborativen Vermittlungsprogrammen PlayInBetween und what we can do online what we can’t do alone begleiteten sie 2018 und 2019 das queerfeministische, interdisziplinäre Festival DGTL FMNSM am Festpielhaus Hellerau, Dresden. 

2020 waren sie Stipendiatinnen des VW Fellowships für Kunstvermittlung an der Städtischen Galerie Wolfsburg, wo sie neben Recherche und Forschung das Projekt outside.office: we can’t go back to normal im Sommer 2020 als bewegliche Vermittlungsinstallation im Freien durchführten. 

Das Team kooperiert mit Bildungseinrichtungen für Jugendliche und Erwachsene, freien Gruppen und Kunstinstitutionen und gibt online-Vorträge zu Formen digitaler und kritischer Vermittlung.

Laura Bleck (Leipzig) studierte Kulturwissenschaften und freie Kunst in Hildesheim, Istanbul und Bremen. Sie arbeitet in partizipativen, künstlerischen Forschungsprojekten an Konzepten und Strategien zu (außer)institutionellen kommunikativen Praktiken.

Josefine Soppa (Leipzig) studierte Philosophie, Künste und Medien in Dresden und Hildesheim. Sie erarbeitet als freie Kunstvermittlerin multimediale Konzepte für freie Gruppen, Kunstvereine und Festivals.

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Einen Überblick über alle vergangenen Ausstellungen finden sie hier.